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Hohe Armutsquote in Rumänien

In Rumänien ist die Armutsquote unter den EU-Ländern am höchsten.

Hohe Armutsquote in Rumänien
Hohe Armutsquote in Rumänien

, 15.06.2023, 13:53


Trotz der Pandemie und der anschlie‎ßenden kriegsbedingten Energiekrise war Rumänien in der Europäischen Union immer noch ein Wirtschaftswachstumsland. Zudem hat das Land in den anderthalb Jahrzehnten seit dem EU-Beitritt zahlreiche Milliarden Euro investiert, um sich zu entwickeln und zu anderen Mitgliedsländern aufzuschlie‎ßen. Für mehr als ein Drittel der Rumänen ist es schwierig oder unmöglich, einen angemessenen Lebensunterhalt zu erreichen. Nach Angaben von Eurostat waren im vergangenen Jahr mehr als 34 % der rumänischen Bürger von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht — der höchste Wert unter den EU-Ländern im Jahr 2022. Die Länder, die auf Rumänien folgten, waren Bulgarien (32 %), Griechenland und Spanien (beide 26 %). Die niedrigsten Anteile verzeichneten die Tschechische Republik (rund 12 %), Slowenien (13 %) und Polen (16 %). Im vergangenen Jahr waren rund 95 Millionen Menschen in der EU, d. h. ein Fünftel der Bevölkerung, von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Sie lebten in einem Haushalt, der sich in mindestens einer der folgenden drei Situationen befand: Armut, schwere materielle und soziale Entbehrung und/oder Leben in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsintensität. Die Zahlen blieben im Vergleich zu 2021 relativ stabil. Das Risiko von Armut und sozialer Ausgrenzung in Europa war im Jahr 2022 für Frauen höher als für Männer. Eine kürzlich veröffentlichte Studie ergab, dass 2022 in Rumänien keine gro‎ße Nachfrage nach Flugreisen oder Urlaubspaketen bestand. Die Mehrheit der Rumänen, so die Studie, fürchtet sich vor der Zukunft und plant, mehr Geld zu sparen und in Bildung zu investieren. Die Kaufkraft lag in Rumänien nur halb so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Rumänien lag damit an 31. Stelle von 42 untersuchten Ländern. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik lag das durchschnittliche monatliche Gesamteinkommen in Rumänien im vergangenen Jahr bei etwa 1.300 € pro Haushalt. Das war fast 14 % mehr als im Jahr 2021. Aber dieser Fortschritt hatte keinen Einfluss auf den Lebensstandard. Die Inflation schmälerte die Einkommen. In den Städten betrug das monatliche Einkommen über 7.000 Lei (etwa 1.400 €) und lag damit 1,3 Mal höher als auf dem Land. Die Ausgaben der Rumänen entfielen mit 60 % auf den Haushaltsverbrauch und mit 30 % auf Steuern. Ein Drittel des Haushaltsbudgets wurde für Lebensmittel ausgegeben, gefolgt von Wohnkosten und Versorgungsleistungen.


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