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Umfrage unter Jugendlichen: Bessere Bildungschancen, soziale Ungleichheiten

Die bedeutendsten Probleme Rumäniens sind Korruption, Armut und die Sorgen um den Arbeitsplatz – so die Ergebnisse einer Umfrage unter Jugendlichen, die vom Meinungsforschungsinstitut CURS im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde.


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Umfrage unter Jugendlichen: Bessere Bildungschancen, soziale Ungleichheiten
Umfrage unter Jugendlichen: Bessere Bildungschancen, soziale Ungleichheiten


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, 22.07.2015, 17:45

Die bedeutendsten Probleme Rumäniens sind die Korruption, die Armut und die Sorgen um den Arbeitsplatz — so die Ergebnisse einer Umfrage unter Jugendlichen, die vom Meinungsforschungsinstitut CURS im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde. Der Bericht fasst die Hauptbeschäftigungen und Interessen der jungen Rumänen im Alter von 15 bis zu 29 Jahren zusammen.



Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Rumänien ist der Meinung, dass das Land sich nicht auf dem richtigen Weg befindet. Die meisten sind von den bedeutendsten politischen Institutionen und von den jungen Politikern enttäuscht. Fast die Hälfte der Jugendlichen wohnt noch mit den Eltern. Das Heiratsalter steigt von Jahr zu Jahr. Die Einkommen der jungen Angestellten oder Mitarbeiter sind sehr unterschiedlich und hängen vom Alter ab. Die Männer verdienen mehr als die Frauen, die Stadt- mehr als die Dorfbewohner, die Jugendlichen in Bukarest mehr als die Jugendlichen in der Moldau. Der Soziologe Radu Umbreş erläutert die Ergebnisse:



Über drei Viertel der befragten Personen meinen, dass heute folgendes modisch sei: gut auszusehen, unabhängig und frei zu sein, Sport zu treiben und eine Karriere zu haben. Diese sind individualistische Eigenschaften, besonders wenn wir sie mit anderen Sachen vergleichen wie: Treue, Heirat, Teilnahme an ehrenamtlichen Tätigkeiten. Diese Tendenz kann besonders bei der Bukarester Jugend bemerkt werden. Die Damen wünschen sich mehr als die Männer, eine Hochschule zu besuchen und in einer Beziehung treu zu sein. Hinsichtlich des materiellen und kulturellen Konsums der Familien, in der die Jugendlichen leben, bemerkt man einen bedeutenden Unterschied zwischen den Jugendlichen, die in der Stadt leben, und jenen, die auf dem Dorf wohnen. Die Stadtjugendlichen gehören Familien an, die durchschnittlich um 300 Lei mehr (ca. 70 Euro) als die Familien auf dem Dorf ausgeben. Der Unterschied weitet sich auch auf den Gebrauch von Kulturgütern aus. 27% der Stadtjugendlichen haben mehr als 100 Bücher im Haus, während auf dem Dorf nur 19% der Jugendlichen diese Bücheranzahl besitzen. 8,6% der Dorfjugendlichen haben überhaupt kein Buch im Haus, im Vergleich zu 4,4% in der Stadt.“




Die Jugendlichen verbringen im Vergleich zu den Erwachsenen mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. Das Internet wird meistens für Unterhaltung, Sozialnetzwerke, Videos gebraucht. Erst danach folgt die Information. Die Jugendlichen haben nach 1989 eine bessere Bildung im Vergleich zu den Eltern — so der Bericht. Fast die Hälfte der befragten Personen besucht eine Ausbildungsstätte. Davon gehen zwei von drei in die Schule, aufs Gymnasium oder machen eine Lehre in Berufsschulen. Fast 30% besuchen eine Uni, während 7% ihr Master-Studium oder den Doktor machen. In Siebenbürgen bevorzugen die Jugendlichen die Berufsschulen, während die Bukarester Jugendlichen mehr eine postgraduale Bildung wünschen. Nur ein Jugendlicher von drei ist mit dem rumänischen Unterrichtssystem zufrieden. Die Dorfjugend ist zufriedener. Soziologe Radu Umbreş dazu:



Obwohl der Grad der Hochschulausbildung heute erheblich zugenommen hat, bemerkt man eine stark konservative Tendenz in der Einstufung der Bildung. Anders gesagt: Die Eltern mit einer guten Bildung erziehen ihre Kinder so, damit sie auch zu Bildungsbürgern werden. 70% der Jugendlichen, die eine Uni besucht haben oder besuchen, haben Eltern, die ebenfalls eine Uni absolviert haben. 82% der Jugendlichen, die nur eine Berufsschule besucht haben, kommen aus Familien, in denen der Vater ein niedriges Bildungsniveau hat. Die Arbeitsplätze an der Spitze der Pyramide werden von gebildeten Jugendlichen belegt. Diese Zahlen zeigen eine soziale Ungleichheit: Vorteile und Nachteile in der Bildung werden von einer Generation auf die andere übertragen.“




Und nun zum Arbeitsmarkt. Ein Jugendlicher von drei hat einen Vollzeitjob, einer von zehn arbeitet in Teilzeit und mehr als die Hälfte gar nicht. Die rumänische Jugend meint, die persönlichen Beziehungen seien für einen Arbeitsplatz wesentlich. Diese werden von der Erfahrung und der Bildung gefolgt. Die bedeutendste Rolle bei der Wahl eines Arbeitsplatzes spielt das Gehalt. Die meisten Jugendlichen wollen in der Privatwirtschaft tätig sein, während über 20% der Jugendlichen, besonders Männer über 25 Jahre in Bukarest, ein eigenes Geschäft starten wollen. Rund 40% der Jugendlichen sagten, sie würden im Ausland arbeiten oder studieren. Die meisten wollen im Westen der EU, Gro‎ßbritannien, Deutschland und den Vereinigten Staaten aktiv sein.



Über 80% der Jugendlichen sind orthodoxen Glaubens, ein Drittel glaubt nicht an Gott, ist aber gegen Schwangerschaftsabbruch. Der Soziologe Daniel Sandu dazu:



Wir haben ein kleines Problem in Rumänien, was den Schwangerschaftsabbruch anbelangt. Es geht um die Gesetzgebung. Über 50% der Jugendlichen meinen, das heute gültige Gesetz müsse verändert werden. 19% wünschen das totale Verbot der Abtreibung und über ein Drittel (37%) sind mit der Abtreibung in Notsituationen einverstanden. In Rumänien sind sowohl Frauen als auch Männer gegen die Abtreibung. In der Welt aber merkt man, dass der Schwangerschaftsabbruch eher als ein Problem der Frauen betrachtet wird.“




Sehr viele Jugendliche sind der Auffassung, sie werden ein besseres Leben als ihre Eltern haben. Dieses Vertrauen kommt von den Möglichkeiten, die die Bewegungsfreiheit in der EU bietet, erklären die Autoren der Studie.

Foto: Providence Doucet / unsplash.com
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