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Zur Geschichte des Rumänischen Rundfunks

Am 1. November 1928 hat die Rumänische Rundfunkgesellschaft ihr erstes Signal ausgestrahlt. Das war auch der tatsächliche Beginn ihrer Sendung.

Zur Geschichte des Rumänischen Rundfunks
Zur Geschichte des Rumänischen Rundfunks

, 27.10.2014, 17:34

Am 1. November 1928 hat die Rumänische Rundfunkgesellschaft ihr erstes Signal ausgestrahlt. Das war auch der tatsächliche Beginn ihrer Sendung. Seitdem ist der Rumänische Rundfunk auch eine der wenigen Einrichtungen in Rumänien, die kontinuierlich über Jahrzehnte hinaus existiert haben. Das Radio agierte sowohl als Masseninformations- und Kulturmedium als auch als Propagandainstrument der totalitaristischen Regime zwischen 1938 und 1989. Dennoch behielt es seinen festen Platz in der Publikumsvorliebe, auch nach der Diversifizierung der Medien und nach der Entstehung des Fernsehens und des Internets.



Der Autor der ersten Monografie der Rumänischen Rundfunkgesellschaft war der Historiker Eugen Denize. Die 4 Bände der Geschichte des Rumänischen Rundfunks befassen sich mit den Anfängen und den wichtigen Augenblicken im Bestehen des zeitgenössischen Rumäniens, zu denen das Radio aktiv beigetragen hat: das hektische Politikleben der 1930er Jahre, der Zweite Weltkrieg, die Zeit des Kommunismus, die 45 Jahre gedauert hat, und die Wiedergeburt der Demokratie nach 1989. 2004 erzählte Eugen Denize, wie er mit der Organisierung des Archivs begann, in dem er zwischen 1996 und 2001 gearbeitet hatte, um die erste komplette Geschichte des Rumänischen Radios zu schreiben:



Als ich die Vielfalt an Nachweisen im Archiv der Gesellschaft sah, beschloss ich, eine Monografie in mehreren Bänden zu schreiben. Dadurch wollte ich so gut und so umfangreich wie möglich die Geschichte der Rumänischen Rundfunkgesellschaft umfassen, was ein wichtiges Phänomen für unsere Gesellschaft ist. Schlie‎ßlich sind vier Bände entstanden. Diese berichten über Ereignisse von den ersten Rundfunkversuchen in Rumänien, in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, bis zur Revolution vonn 1989. Wir haben das Jahr 1989 als historischen Bezugspunkt betrachtet. Hätten wir ein früheres Jahr als 1989 als Ausgang der Perspektive ausgewählt, wären wir auf ein Feld der multidisziplinären Studien gelangt und hätten eine Mischung aus Politologie und Soziologie als ergebnis erzielt. Somit hätte ich riskiert, keine reine Geschichte des Rundfunks mehr zu schreiben, sondern eher Ausschnitte aus seinem gegenwärtigen Leben dargestellt. Kurz gefasst enthält der Band au‎ßer den ersten Pionierjahren des Rundfunks die ersten Jahre der Existenz dieser Institution in einem demokratischen System. Ab 1939 wechselten in Rumänien aufeinanderfolgende diktatorische, totalitäre Regime. Somit hat auch der Rundfunk seine Tätigkeit unter anderen Voraussetzungen fortgesetzt. Bis 1989 musste er einem besonderen politischen Druck standhalten. Ich kann dennoch behaupten, er hat sein Gleichgewicht und seine Grundfunktionen beibehalten. Der zweite Band beinhaltet die Zeitspanne der sogenannten rechtsorientierten Diktaturen. Es handelt sich dabei um die Diktatur des Königs Karl des II. und des Marschalls Antonescu. Der Band endet am 23. August 1944, an dem Tag als Rumänien auf Seite der Alliierten wechselte. Der dritte Band beinhaltet die Periode der Kommunisierung Rumäniens und das Zeitalter von Gheorghe Gheorghiu-Dej bis zu seinem Tod im Jahr 1965. Der letzte Band befasst sich mit der Zeit Nicolae Ceauşescus von 1965 bis 1989, mit der Öffnung nach 1964 und der Restalinisierung zwischen 1971-1974. Es handelt sich um 4 Bände, die sich ausschlie‎ßlich auf Quellen aus dem Unterlagen- und Tonarchiv des Radios stützen. Diese Herangehensweise ist ein neuer Ansatz in der Historiographie.“




Eugen Denize sprach auch über die Funktionen, die das Radio seit seinen Anfängen gehabt hat:



Seit ihren Anfängen hat sich die Radiofonie, auch vor der Gründung der Rundfunkgesellschaft, die Frage ihres Auftrags gestellt. Dieser wurde sehr klar von den Pionieren der Radiofonie definiert und wird immer derselbe bleiben. Es handelt sich um eine sehr wichtige kulturelle Funktion. Das Radio hat Kultur auf höchstem Niveau angeboten. Dieses hat aber zur Entwicklung der Kultur selbst und zur Kulturalisierung der Massen beigetragen. Darüber hinaus handelt es sich um eine nationale Funktion. Das Radio hat in der Förderung und im Schutz der nationalen Werte stets eine wichtige Rolle gespielt. Dann geht es um eine Erziehungsfunktion im wahrsten Sinne des Wortes: Es gab sehr viele Sendungen, schon seit Beginn, es gab Ratschläge zum Pflanzenanbau und Medizin, Ratgeber für Tierzucht oder Kindererziehung. Es gibt sehr viele Sendungen, die auf verschiedene Bevölkerungssegmente abzielen, Sendungen für Kinder, Schüler und Studenten, für die Armee und für Bauern. Das Radio hatte eine erzieherische Mission, die es fast immer erfüllt hat. Man darf die berühmten Sendungen der sogenannten Radiouniversität nicht vergessen. Da hat man Gespräche mit den wichtigsten Persönlichkeiten der rumänischen Kultur geführt: mit dem Historiker Nicolae Iorga, mit dem Soziologen Mihai Ralea, dem Ästhetiker Tudor Vianu, den Schriftstellern Mihail Sadoveanu und Tudor Arghezi und mit anderen. Praktisch haben alle repräsentativen Intellektuelle am Mikrophon des Rundfunks gesprochen. Au‎ßer diesen Funktionen hatte das Radio auch eine Unterhaltungsfunktion. Bis zur Entstehung des Fernsehens war das Radio das wichtigste Unterhaltungsinstrument, das die Menschen zur Verfügung hatten.“




Seit 75 Jahren ist auch Radio Rumänien International auf Sendung. Die Sendungen in Fremdsprachen starteten 1939, als der Zweite Weltkrieg begann. Diese wurden vor Sendeschluss, ein Viertel Stunde vor Mitternacht ausgestrahlt. Mit der Zeit wurden auch Sendungen in Italienisch und Deutsch für das ausgerichtet nach der Kundschaft, eingeführt.

Patriarhul Daniel (foto: Agerpres)

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