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Pro Memoria: Die Bukowina in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen

Die Bukowina ist eine historische Landschaft im Grenzraum zwischen Mittel-, Südost- und Osteuropa. Heute gehört die südliche Hälfte zu Rumänien und ist Teil des Landkreises Suceava. Die nördliche Hälfte gehört zur Ukraine. In dieser Ausgabe erfahren wir,


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Pro Memoria: Die Bukowina in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen
Pro Memoria: Die Bukowina in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen


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, 06.10.2021, 17:25


Die Bukowina, auf Deutsch auch Buchenland, ist ein historisches Gebiet im Norden Rumäniens mit einer wechselvollen Geschichte. Vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum Ende des letzten Dakerkriegs (106 n. Chr.) gehörte es zu diversen Dakerreichen. Später wurde sie Bestandteil der Kiewer Rus sowie des ostslawischen Fürstentums Halitsch-Wolhynien. Nach der Verwüstung der Rus durch die Mongolen wurde die Bukowina Teil des Fürstentums Moldau und im 14. bis Mitte des 16. Jh. sogar dessen politisches Zentrum. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts hielt einer der bedeutendsten Herrscher der Moldau, Stephan der Große, in der Landeshauptstadt Suceava seinen Hof. Ab 1512 geriet das Fürstentum unter zunehmenden osmanischen Einfluss. 1769–1774 war die Bukowina von Russland besetzt.




1774 fand die Angliederung des Landes an das habsburgische Herrschaftsgebiet statt. 1918 wurde die Bukowina in das Königreich Rumänien einverleibt. In Folge eines Zusatzprotokolls des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts besetzte die Sowjetunion im Juni 1940 auch den nördlichen Teil der Bukowina. 1941 eroberten rumänische Truppen das sowjetisch besetzte Gebiet zurück. 1944 wurde die Bukowina erneut von der Roten Armee besetzt. Der nördliche Teil gehörte seitdem zur Sowjetunion, später ging er an die zur Ukraine. Der südliche Teil blieb bei Rumänien.




Die Bukowina hatte und hat eine multiethnische Bevölkerung. Nach der, von den Habsburgern durchgeführten Volkszählung von 1910 zählte die Bukowina 800.198 Einwohner, von denen 39 % Ruthenen, 34 % Rumänen, 13 % Juden, 8 % Deutsche, 4,5 % Polen und 1,3 % Ungarn waren. Der Lehrer Mihai Macsim, aus dem Dorf Vatra Moldoviței, sprach in ein 1998 aufgezeichnetes Interview über den Lebensstandard in der Zwischenkriegszeit in der Bukowina: Dieses Dorf (Vatra Moldoviței) liegt im Unterkarpaten-Gebiet. Es ist eine wunderschöne Region mit fleißigen Bauern, guten Landwirten. In der Zeit zwischen den beiden Kriegen gehörte die Bevölkerung in Moldovița und Vatra Moldoviței verschiedenen Nationalitäten an. Die Beziehungen zwischen den Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen waren so gut, wie sie nur sein konnten. Es gab keine ethnischen, religiösen oder gar politischen Konflikte. Die meisten Menschen waren Waldarbeiter. Andere waren recht wohlhabende Landwirte“.




Die Einheimischen gingen traditionellen Beschäftigungen nach. Mihai Macsim beschrieb die Gemeinde, in der er als Lehrer tätig war: Die meisten Männer in Moldovita waren Waldarbeiter. Sie wurden Țapinari“ genannt. Das heißt, sie fällten Bäume und bereiteten sie zum Abtransport in die Fabriken vor. In Moldovița lebten recht viele Akademiker – Ärzte, Zahnärzte, Bahnhofsvorsteher, Ingenieure, Lehrer, Professoren, Priester und andere Kategorien. Es war eine entwickelte Gemeinde. Hier befand sich eine der kircheneigenen Fabriken, die als beste Fabrik in dieser Gegend galt. Die Akademiker kamen oft entweder im Rathaus oder in der Fabrik zusammen und diskutierten über Verschiedenes, aber keineswegs über Politik.“




Mihai Macsim sprach auch über den damaligen Lebensstandard eines Lehrers: Die materielle Situation eines Lehrers in der Zwischenkriegszeit war relativ gut. Ein Vertretungslehrer zum Beispiel, der zum ersten Mal unterrichtete, hatte ein Gehalt von etwa 1.600 Lei im Monat. Für Unterkunft und Verpflegung bezahlte er etwa 800 Lei. Damit blieb ihm die Hälfte seines Gehalts übrig. Ich glaube, dass es den Lehrern nicht schlecht ging, obwohl sie im Vergleich zur Besoldung anderen Beamten etwas vernachlässigt wurden. Aber da die meisten Lehrerinnen und Lehrer bescheiden waren, reichte ihnen das. Viele kauften sich von dem Geld, das ihnen übrig blieb, Bücher. Zahlreiche hatten zwischen den beiden Kriegen hervorragende Bibliotheken.“




Weil die Lehrerinnen und Lehrer zu den angesehenen Persönlichkeiten zählten, erhielten sie auch von der Gemeinschaft Unterstützung. In der Tat, Lehrer und Schulleiter bekamen einen Anteil vom kirchlichen Holzbestand. Wenn man dann mietfrei in der Schule wohnte und die Schule über ein Stück Land verfügte, wurde das Land verpachtet, und das Geld aus der Pacht wurde unter allen Lehrern der Gemeinde aufgeteilt. Es gab also auch eine angemessene Unterstützung durch die Gemeinschaft. Den heutigen Lehrern würde ich ein Leben wie das in den Jahren 1937 bis 1940 gönnen“.




Die Zeitzeugnisse sind weit davon entfernt, ein idyllisches Bild zu zeichnen. Sie helfen uns jedoch zu verstehen, wie eine Gesellschaft unter diktatorischen Regimen zerfällt. Die Menschen in der Bukowina erlebte am eigenen Leib beide Diktaturen des 20. Jahrhunderts – den Faschismus und den Kommunismus.

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