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60 Jahre Rumänische Nationaloper Iaşi

Lange Zeit rang die Oper in Iaşi um die Anerkennung ihrer musikalischen Anstrengungen – nach mehreren Versuchen gelang es auch. Am 1. Januar 1956 wurde die Staatsoper in Iaşi gegründet.

60 Jahre Rumänische Nationaloper Iaşi
60 Jahre Rumänische Nationaloper Iaşi

, 10.09.2016, 17:30

Die erste Saison der neugegründeten Oper begann am Abend des 3. November 1956 mit Tosca“ von Giacomo Puccini, unter der Leitung von Radu Botez, Kunstregie führte Hero Lupescu. Im Jahr 2003 wurde die Staatsoper Iaşi zur Rumänischen Nationaloper Iaşi umbenannt.



Auftakt der Veranstaltungsreihe zum Gedenken an sechs Jahrzehnten des Bestehens der Opernszene in Iaşi war am 3. Februar Don Giovanni“ in der Regie von Beatrice Rancea. In der Pause zwischen den beiden Akten wurde die Jubiläumsausstellung Rumänische Nationaloper Iaşi — 60 Jahre Bestehen“ eröffnet, die Fotografien aus den Darbietungen, Original-Plakate von Aufführungen und alte Programmhefte zeigte. Beatrice Rancea, Intendantin des Hauses seit 2011, spricht über besondere Projekte, die diesem Jahr gewidmet sind:



Die erste Premiere dieser Eventreihe wird die »Königin des Balletts« sein — so nennen wir Tänzer den »Schwanensee«. Zum ersten Mal führt die Rumänische Oper in Iaşi eine Koproduktion mit dem Nationaltheater für Oper und Ballett »Maria Bieşu« aus Chişinău auf. Wir haben zwei gleich wichtige Premieren, am 08. und 10. April. Es sind über 15 Jahre her, seit „Schwanensee“ in Iaşi gegeben wurde, und wir wünschen uns das auch für das Orchester, weil die Musik grandios ist. Regie und Choreographie führt die emeritierte Künstlerin Ileana Iliescu. Dirigent ist Maestro Traian Ichim, der von der Jury der Gala der Nationalopern als bester Dirigent der vorherigen Saison anerkannt wurde. Wir eröffnen die Saison am 4. September mit einer neuen Produktion, der Operette »Die lustige Witwe«, in einer einzigartigen Formel und mit einem eigens für diese Produktion von Andrei Şerban und Dana Dima geschriebenen Text. Es ist eine au‎ßergewöhnliche Darstellung, eine neue Interpretation dieser Show, mit neuem Bühnenbild, neuen Kostümen und einer meisterhaften Regie von Andrei Şerban. Am 3. November wird die Oper genau 60 Jahre alt — damals war die erste Aufführung die »Tosca«. Wir werden deshalb auch eine neue Produktion der »Tosca« vorbereiten, die letzte Premiere in der Reihe zu diesem Jubiläum wird »Turandot« sein. Es ist eine grandiose Montage in der Regie von Alexandru Darie, einem gro‎ßen Theater- und Opernregisseur, der zum ersten Mal mit uns zusammenarbeitet.“




Laut Beatrice Rancea ist es zum ersten Mal in 60 Jahren, dass Turandot“ in Iaşi gegeben wird. Der bekannte Regisseur Andrei Şerban kommt wieder nach Iaşi, nachdem er hier die Trojanerinnen“ von Elizabeth Swad, Les Indes galantes“ von Jean-Philippe Rameau und Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti aufgeführt hat. Theaterregisseure einzuladen ist Teil der Strategie der Managerin Beatrice Rancea:



Das Publikum hat sich bereits daran gewöhnt, an die Geschichte zu glauben, sehr viel mit der Geschichte mitzugehen. Dies war auch der Grund dafür, dass seit den 1980er Jahren im Rahmen eines internationalen Trends Theaterregisseure gebracht wurden, um die Opernaufführungen showmä‎ßig zu verbessern. Man wollte nicht nur Stimmen hören, sondern ein Show-Konzert erleben. Die Opernaufführung hat heute eine andere Qualität. Es ist eigentlich ein Theater von höchster Qualität, das sich an das Publikum durch die Musik richtet. Neue Aufführungen achten sehr viel auf die typischen Figurenbeschreibungen des Autors, erfordern darüber hinaus eine sehr gute schauspielerische Leistung in der Darbietung. Unsere Opernsägerinnen- und Sänger sind au‎ßergewöhnlich gute Schauspieler. Sie sind phantastisch fit. Zum Beispiel in der Show »Lucia di Lammermoor« von Andrei Şerban… Lăcrămioara Hrubaru Roată kriegt eine körperlich anstrengende Glanzleistung hin, von dem Gesang einmal abgesehen — für den sie übrigens auch den Preis für die beste Solistin der Saison bekam.“




Auch das Opernballett in Iaşi hat sich in den vergangenen fünf Jahren stark verbessert, sagt Beatrice Rancea:



Im Grunde gab es Ballett nur als Unterhaltung. Oper und Operette hatte nur zwei Aufführungen im Repertoire, für die Mehrzahl der Aufführungen kamen Solisten aus Bukarest. Und dann habe ich versucht, eine neue Generation von Balletttänzern heranzubilden; ich arbeite sehr gut mit dem Choreographie-Gymnasium — schon ab der neunten und zehnten Klasse werden die Schüler Teil unserer Shows.“



Als Gastchoreographen haben bereits Maestros wie Ioan Tugearu und Gigi Căciuleanu in Jassy gewirkt. Auf jeden Fall muss erinnert werden, dass auf der Bühne in Iaşi im Laufe der Zeit berühmte Namen der rumänischen Künstlerwelt aufgetreten sind. Zu ihnen gehören die Sopranistinnen Viorica Cortez und Virginia Zeani, aber auch der Bariton Nicolae Herlea. Die Rumänische Nationaloper in Iaşi teilt sich die Bühne mit dem Nationaltheater Vasile Alecsandri“ Iaşi.

Foto: facebook.com/FILMIKON
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